Dienstag, 20. Januar 2015

Wolle und Stubentiger

Dieser Beitrag schwirrt schon seit geraumer Zeit in meinem Kopf , aber den Anstoß, ihn zu verfassen, hat heute morgen Sabine mit ihrem Kommentar gegeben, in dem sie eine nette Geschichte über ihren Kater erzählt.

Beim Lesen der verschiedenen Strickblogs ist mir aufgefallen, dass viele Strickerinnen Katzen haben und auch über sie schreiben. Hunde kommen auch vor, aber hauptsächlich handelt es sich um Katzen.

Wir hatten auch welche. Unser letzter Kater war ein "Findling". Jemand hatte ihn im Wald ausgesetzt. Tommy, so nannten wir ihn, war noch ganz klein und halb verhungert. Wir nahmen ihn mit. Eigentlich sollte er am nächsten Tag ins Tierheim, aber er blieb bis an sein Lebensende. Aus dem Fliegengewicht wurde ein stattlicher Stubentiger, der Narrenfreiheit genoss.


Tommy durfte fast alles. Nur bei meiner Wolle und den Strickarbeiten verstand ich wenig Spaß und irgendwie wusste er das. Natürlich hat er sich, wie andere Katzen auch, auf jedes fertige Projekt gelegt, aber mehr eigentlich nicht.

Ich erinnere mich allerdings gut an einen Mantel, der mit 14 verschiedenen Farben gestrickt wurde. Ich saß auf dem Fußboden. Vor mir sortiert waren die bunten Wollknäuel und davor kauerte fasziniert mit ausgefahrenen Krallen der Kater. Irgendwann war es dann soweit. Nicht nur die Knäuel bewegten sich, auch bei Tommy setzte dieses leichte Zucken ein, das im Nacken beginnt, sich über den Rücken fortsetzt und in der Schwanzspitze endet. Wenn sich dann die Pupillen erweitern, ist es eigentlich zu spät. Ich sah es gerade noch rechtzeitig und sagte nur ganz leise: "Ich warne dich", woraufhin der Kater mit einem Knurren aufsprang und auf seinen Spikes die Treppe hochbuckelte. Zu schön! Ich denke noch heute gern daran.


Wer eine Katzengeschichte hat, der möge sie erzählen!

Dieses sind Bilder von unserem Kater "Maurice". Ich habe ihn gezeichnet. Das Zeichnen ist auch ein Hobby von mir. Leider habe ich es sträflich vernachlässigt. Vielleicht fange ich wieder an.



Beste Grüße,
Anneli

Kommentare:

  1. Liebe Anneli,
    ich sitzt jetzt gerade paff vor deinen Zeichnungen! Grandios!!! Du solltest das zeichnen auf keinen Fall vernachlässigen. Die Bilder sind wunderschön!

    Jaja, diese Miezen und Wolle! Ich liebe meine zwei Katzenmädls, aber bei Strickzeug, Nadeln und Wolle kenne ich auch keine Gnade :-D Entweder sie bleiben im Gestrick hängen und ziehen Fäden (da gibt es dann durchaus auch fliegende Katzen bzw. weggeschossenen Miezen) oder die aus dem Korb hängende Nadel wird zur Beute oder eine der Katzen sitzt kreischend in der Wollkiste und stört mich beim suchen....aber ich würd sie trotzdem nicht hergeben!

    Dieses am Boden sitzen mit 100000 Wollknäuel kommt mir irgendwie bekannt vor......
    Eine wirklich schöne Geschichte, die du mit uns geteilt hast und Tommy war wirklich ein Prachtkerl!
    LG Bettina

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    1. Liebe Bettina,
      herzlichen Dank! Tief innen drin drängt es mich zum Zeichnen. Ich MUSS da etwas machen und vielleicht passen die beiden Hobbies ganz gut zusammen. Ideen zeichnen und sie dann stricken ... mal sehen.
      Herrlich, Deine Katzengeschichte! Ich kann mir die Szenen so gut vorstellen. Bettina vor der Wollkiste und drinnen wird kreischend verteidigt!
      Liebe Grüße,
      Anneli

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  2. Liebe Anneli,
    danke für Deine Geschichte!! Dein Tommy sah mit seinem schwarzen Punkt auf der Nase unserem Eddie sehr ähnlich. Unsere beiden Katzengeschwister sind Fundstücke aus der Wiese und auch nach 8 Jahren mehr wild als gezähmt. Unsere Katzenliebe geht allerdings so weit, dass ich in die Wohnung meines Sohnes gezogen bin, als er zum Studieren wegging, damit sie in der gewohnten Umgebung und Garten bleiben konnten. Bei den Nachbarn werde ich als "Eddies Mama" vorgestellt, weil er bekannt ist, wie ein bunter Hund, Verzeihung Eddie, bunte Katze....

    Deinen Blog kenne ich ja erst seit ein paar Monaten und lese mit viel Freude, was und wie herrlich Du schreibst, ich freue mich für Dich über die vielen Klicks!

    Nachdem Du uns nun auch Dein tolles Zeichentalent gezeigt hast, bitte ich Dich, uns doch mal mitzuteilen, was Du NICHT kannst. Bitte, bitte sag, dass Du beim Kochen eine Niete bist oder beim Bügeln oder Straßenkartenlesen .... ;-))
    Hab noch einen schönen Tag!!
    Sabine

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    1. Liebe Sabine,
      wow, das ist wahre Katzenliebe! Umziehen der Katzen wegen, aber ich kann mir das gut vorstellen. Dass Du mit "Eddies Mama" vorgestellt wirst, sagt alles. Du hast Deine Vierbeiner sehr gern, das merkt man.
      Was ich NICHT kann? OK, Du hast genau ins Schwarze getroffen. Woher weißt Du, dass ich in der Kücher versage? Ganz furchtbar! Aber ich sehe das positiv. Ich habe keine Probleme mit irgendwelchen Gewichtszunahmen. Zum Glück ist mein Mann genügsam :-) Ach ja, und Autofahren kann ich auch nicht. Ist nichts für mich.
      Liebe Grüße,
      Anneli

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  3. Wouw ... mir geht es wie Bettina ... ich sitze ganz fasziniert vor den Katzenbildern.
    Oh, ich könnte im Moment viele Geschichten erzählen, denn es vergeht kein Tag wo nicht unser pupertierender halbstarker Kater sich mit mir um die Wolle streitet. Mal gewinnt er und ich hab mal wieder nen Striemen mehr auf dem Handrücken ... mal gewinne ich mit meiner Wasserpistole die dann und wann halt doch mal zum Einsatz kommt. Aber so richtig böse kann ich ihm nie sein. ;-)
    Hattest Du nach Tommy nicht mehr den Wunsch eine Katze ins Haus zu holen?
    Grüßle Steffi

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    1. Liebe Steffi,
      dass Dein "Brite" sich mit Dir um die Wolle streitet, glaube ich sofort. Das Schlimme ist, dass man nicht wirklich sauer werden kann. Ja, ich hätte schon gerne wieder eine Katze. So ein Tier macht sehr viel Freude, aber alles hat seine Zeit. Wir reisen jetzt mehr und ich denke, es ist ok so wie es ist.
      Liebe Grüße und viel Spaß mit Deinem kleinen Tiger,
      Anneli

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    2. Steffi, eigentlich könntest Du ja wieder einen Bilderpost bringen. Dein "Brite" ist so fotogen!

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  4. Hallo Anneli,

    wie passend gerade dein Blogeintrag zu meinen Gedanken ist. Mein Freund und ich wollen uns in nächster Zeit auch einen Stubentiger zulegen, wenn wir eine Wohnung gefunden haben, wo Haustierhaltung erlaubt ist. Wir kommen beide aus Katzenfamilien und vermissen sehr die Nähe einer Katze.

    Zu deinen Bildern/Zeichnungen: Wunderschöne Tiere hast du da! ♥ Ich bin fast ein bisschen neidisch. ;)
    Das mit dem Zeichnen solltest du defintiv weiterverfolgen - du hast Talent!

    Liebe Grüße
    Sina

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    1. Liebe Sina,
      ich wünsche Euch viel Glück bei der Wohnungssuche, so dass zu den Wollknäueln auch ein Fellknäul Einzug hält. Sie sind so süß, wenn sie ganz klein sind. Danke für die Ermutigung zum Zeichnen!
      Liebe Grüße,
      Anneli

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  5. Deine Bilder sind großartig - so zeichnen zu können, ist toll. Ich würde das unbedingt weiter tun, denn wenn man so ein Talent hat, wäre es schade, es brachliegen zu lassen.

    Viel Freude mit dem Zeichnen und Stricken sowieso
    Knitgudi

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    1. Liebe Knitgudi,
      danke für den Ansporn. Manchmal braucht man einen kleinen Schubs, um wieder in die Spur zu kommen.
      Liebe Grüße,
      Anneli

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  6. Liebe Anneli,
    wie schön, das Tommy im richtigen Moment gehört hat. Meine konnten nicht für 5 Cent gehorchen und ein leiser Unterton in der Stimme? ... ich schmuggel an dieser Stelle mal ein Bild ein, da ich leider nicht so gut zeichnen kann wie Du :http://retrofrischling.blogspot.de/2014/01/der-anfang.html
    Devil war zwar da schon uralt. Aber sein Gehör funktionierte noch einwandfrei. Im war es egal, dass er eigentlich nicht auf dem Tisch sitzen durfte und auch nicht auf den Grannys ... hauptsache er war mittem im Geschehen und hatte alles unter Kontrolle *lach*
    Lieben Gruß
    Angie

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    1. Liebe Angie,
      ein süßer "Devil"! Muss ein schönes Gefühl sein, auf so vielen Grannys zu thronen. Gratulation zu der Decke. Sie ist ein Traum! Mit wird ganz schwindlig bei der Anzahl der Quadrate. Das mag ich auch an Katzen: Sie können gezielt weghören :-)
      Liebe Grüße,
      Anneli

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  7. Liebe Anneli,
    das ist eine sehr schöne Katergeschichte und es hat Spaß gemacht sie zu lesen. Mit Tieren hat man immer etwas zu Lachen und sie verbreiten gute Laune. Wir haben einen kleinen Hund (Sheltie) und sie sind kleine Clowns.
    Deine Bilder sind wunderschön und es wäre Schade wenn du nicht mehr zeichnest.

    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Danke, liebe Andrea,
      oh, so ein Sheltie wäre als Kind mein Traum gewesen. Lassie in Klein, habe ich immer gesagt. Schön, dass Euch der Hund so viel Freude bereitet und für gute Laune sorgt.
      Liebe Grüße,
      Anneli

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  8. Das ist eine so wundervolle Geschichte, die mich zum schmunzeln gebracht hat. Ich habe weder Hund noch Katze, aber vorstellen kann ich es mir schon.
    Zeichne bitte wieder. Es sind so tolle Zeichnungen, das es zu Schade wäre, wenn Dein Talent in der Schublade verweilen würde.
    Liebe Grüße
    Dagmar

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    1. Liebe Dagmar,
      ich danke Dir! Doch, ich denke, dass ich wieder anfangen werde. Du und viele andere haben mich heute sehr ermutigt.
      Liebe Grüße,
      Anneli

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  9. Also, ich hab keine Katze. Aber einen Wurm. Einen Ohrwurm. Ratet mal, welchen ;) Like ice in the sunshine... träller ...

    Das Zeichnen solltest Du aber unbedingt weiterverfolgen, liebe Anneli. Gefällt mir super. Etwas malen kann ich auch, aber zeichnen und frei-Hand schon gar nicht...

    Herzliche Grüße

    Bine

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    1. Liebe Bine,
      tja, so ist das mit den Ohrwürmern. Sie sind äußerst hartnäckig, wenn sie sich einmal eingenistet haben. Mit gefällt das Zeichnen mit Blei- oder Buntstiften. Ein kleiner Block, ein Stift - vielleicht wird es das nächste Bahnprojekt :-)
      Liebe Grüße,
      Anneli

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  10. Eine schöne Geschichte. Ich bin begeistert, denn irgendwie sind sie wohl alle gleich, unsere Stubentiger :-)
    Ich habe auch einen Kater. Sein Name ist Snoopy und er wird dieses Jahr 5 Jahre alt. Er weiß genau, dass er an meine Wolle nicht darf und er tut es auch nicht. Das einzige, was er macht, wenn ich in meinem Stricksessel sitze und stricke und er unbedingt schmusen will, dann setzt er sich einfach auf meinen Schoß auf das Strickzeug und schnurrt, was das Zeug hält :-) Und das kann er besonders gut und hat dann auch so einen Blick drauf, dass Frau gar nicht anders kann und mit ihm schmusen muss.
    Vor Wolle hat er eher Angst, als dass er damit spielen will. Er mag lieber meine Bambusnadeln anknabbern :-). Aber an die teuren Nadeln hat er sich zum Glück noch nicht getraut. Da reicht schon ein böser Blick, wenn er in die Nähe kommt.

    Ach ja, das Zeichnen solltest du wirklich wieder beginnen. Die Bilder sehen einfach wunderbar aus. Du hast wirklich Talent!
    Ich brauch meine Buntstifte nur fürs Patchworkstricken ;-)

    Ich wünsche dir eine schöne Restwoche und freue mich schon wieder über deinen nächsten Eintrag.

    Liebe Grüße
    Netty

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    1. Liebe Netty,
      Snoopy ist ja auch ein schöner Name! Katzen können einen so geschickt um den Finger wickeln. Ich bin ziemlich sicher, dass Dein Kater ganz genau weiß, dass er sich mit seinem Schnurren durchsetzt :-) Danke für Deine nette Geschichte!
      Ich wünsche Dir auch noch eine schöne Woche und sende liebe Grüße,
      Anneli

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  11. Meine beiden Katzen hatten immer einen gewissen Respekt vor meiner Wolle, aber so kleine Knäuel durfte ich dann doch nicht unbeaufsichtigt liegen lassen. Jetzt hab ich ja nur mehr eine und die hat es unlängst mag geschafft, einen Faden zu fressen.... Die Bescherung war größer als er hinten wieder rausmusste und sie ihn natürlich nicht so leicht los wurde. Ich denke, du weißt, was Katzen dann machen! Die Spur zog sich durch die ganze Wohnung! :)
    Deine Zeichnungen finde ich wunderschön! Wäre schade, wenn du das tolle Talent verkümmern lässt!
    Liebe Grüße
    Mary

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    1. Liebe Mary,
      oh, was für eine Geschichte! Du Arme! Da hast Du einiges zu tun gehabt. Wahrscheinlich gibt es nur eine Lösung. Futternapf stets gut gefüllt halten und Knäuel wegschließen.
      Was das Zeichnen anbelangt, kann ich sagen, dass ich mir heute einen Skizzenblock gekauft habe - ein guter Anfang.
      Liebe Grüße,
      Anneli

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  12. Herrlich - ich könnte mir kringeln vor Lachen.
    Meine Hundedame interessiert sich ja nicht die Bohne für Garne oder Strickprojekte, aber eine Bekannte erzählte mir neulich, daß ihr kleiner Kater in ihrer Abwesenheit mit wachsender Hingabe Maschen von der Nadel zieht ... Da kommt Freude auf.

    Ich finde die Zeichnungen, die Du uns gezeigt hast, wunderschön und hoffe, daß Du das weiter verfolgst. Das ist eine Gabe :-D

    Liebe Grüsse
    von der Su

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    1. Danke, liebe Su, von Hunden habe ich solche Sachen wie "Maschen von der Nadel ziehen" auch noch nicht gehört :-). Das scheint eine Eigenart von Katzen zu sein. Ja, ich denke ich werde wieder zeichnen. Vor allem meine Strickideen!
      Liebe Grüße,
      Anneli

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