Montag, 28. Juli 2014

Die Manschette als Alternative zum Bündchen

Zuerst einmal vielen Dank für Eure Kommentare zum Thema "Strickzeitschriften". Ich warte mit der Zusammenfassung noch ein paar Tage. Vielleicht hat die eine oder andere Leserin ja noch einen Vorschlag.

Es geht voran mit meiner Jacke "Harriet" von Kim Hargreaves. Der Rücken und die Vorderteile sind fertig. Auch einen Ärmel habe ich schon eingesetzt. An diesen Ärmel wird nachträglich eine separat gestrickte Manschette genäht. Ich war ganz gespannt auf diese Manschette. Ich habe sie gestrickt und finde sie so gut, dass ich sie Euch unbedingt vorstellen möchte.

Die Knöpfe sind noch nicht angenäht. Ich wollte nur einmal probieren, wie sie aussehen.
Die Breite der fertigen Manschette entspricht der Breite der unteren Ärmelkante (wohlgemerkt in cm, nicht in der Anzahl der Anschlagsmaschen!)


In meinem Fall sind das 91 Maschen für die Manschette, die ich mit einer dünneren Nadel (1/2 Stärke weniger als die ND für den Ärmel) anschlage. Bereits in der Anschlagsreihe markiere ich die 21. und die 70. M. In der nächsten R (Hinreihe) stricke ich die 20., 21. und 22 M rechts zusammen. Die markierte M ist in der Mitte. Weiter re stricken und die 69., 70. und 71. M rechts verschränkt zusammenstricken. Die markierte M ist auch hier in der Mitte. Die Rückreihen werden immer rechts gestrickt.

In der nächsten Hinreihe wieder bis eine Masche vor der Markierung stricken und wie in Reihe 1 vorgehen. Dadurch werden es rechts und links von den markierten M immer weniger Maschen, so dass der Anschlagsrand im rechten Winkel nach oben gezogen wird. Hin- und Rückreihen stricken, bis die Maschen li und re von der Markierung zum Reihenanfang- und ende aufgebraucht sind. Das, was ich in den Fotos gelb eingefärbt habe, ist die Anschlagsreihe.

Das gefällt mir übrigens so gut, dass ich bei meiner nächsten Manschette 2 oder 4 Reihe in einer anderen Farbe stricken werde.


Beispielmanschette
 So sieht die Manschette aus, wenn sie fertig ist.  Lediglich 11 Maschen sind beim Abketten noch auf der Nadel. Dann wird die Manschette so an den Ärmel genäht, dass nach dem Umklappen die "richtige" Seite oben liegt. Die Ärmelbreite ist also das Maß zwischen den beiden markierten Maschen.

Die Manschette sollte schön fest gearbeitet werden, damit sie "Stand" hat. Meine Beispielmanschette war mir zu locker, darum habe ich sie noch einmal gestrickt. Die untere ist besser geworden. Für einen besseren Halt wird die Manschette unten zirka 2 - 3 cm zusammengenäht.


Vielleicht ist das auch einmal eine Alternative zum Bündchen für Euch.

Liebe Grüße,
Anneli

Samstag, 26. Juli 2014

Was wünscht Ihr Euch von einer Strickzeitschrift?

Dieses Thema kreist schon seit einigen Wochen in meinem Kopf. Bis auf den Knitter, das Rowan Magazin und die Rebecca, die ich unbesehen kaufe, blättere ich erst einmal durch ein Heft, bevor ich an die Kasse gehe. Wenn kein Modell dabei ist, das mich sofort zum Stricken inspiriert, bleibt das Magazin im Regal. Dann frage ich mich, was ich mir eigentlich wünsche.

Wie sieht Eure ideale Strickzeitschrift aus? Was findet Ihr gut? Was gibt es zu verbessern?

Ich habe mir ein paar Schwerpunkte überlegt:

Strickmodelle
Models
Fotos
Garne
Schnittmuster
Maschenprobe
Strickschriften
Anleitungen
Neuheiten
Einbindung der Leserinnen
Kolumne
Lehrgänge

Eure Meinung zum einen oder anderen Punkt würde mich interessieren. Vielleicht fällt Euch auch noch etwas anderes ein?

Damit ich meinen Post nicht überfrachte, greife ich mir mal den Punkt  "Models" heraus.

Ich habe Euch ja erzählt, dass ich im Winter ein paar Stunden im Strickladen aushelfe. Die Damen, die dort kaufen, sind überwiegend Frauen mit 30 oder 40 Jahren Strickerfahrung. Sie sehen sich die Hefte an und legen sie wieder zur Seite, weil sie unsicher sind, ob ihnen die Modelle stehen.

Ein positives Beispiel aus der Rebecca
Ich wünsche mir mehr durchschnittliche Models. Erinnert Ihr Euch an die Dove-Werbung? Jede Frau war begeistert, weil sie sich wiedererkannt hat. Es gibt nicht nur 17jährige, engelsgleiche Wesen, 180 cm groß und superschlank. Ich wünsche mir junge, alte, dicke, dünne, große und kleine Frauen. Frauen mit Problemzonen. Frauen, so wie ich sie jeden Tag auf der Straße sehe, und ich würde auch gern einmal ein Strickmodell an unterschiedlichen Typen sehen.


Rowan hat sich in einer älteren Ausgabe des Themas angenommen. Hier wurde ausprobiert, wie ein Modell bei einer 20-, 40- oder 60jährigen aussieht. Bravo!

Ich wünsche mir das viel, viel häufiger!

Liebe Grüße,
Anneli

Freitag, 25. Juli 2014

Mein Lieblingsheft

Das Wollschaf fragte am 22. Juli 14: Welches Buch hat Euch den größten Nutzen gebracht und aus welchen Buch habt Ihr die meisten Modelle gestrickt?

Ich beantworte mit diesem Post den zweiten Teil der Frage. Bei mir war es kein Buch, sondern eine Zeitschrift, aus der ich gleich drei Modelle gestrickt habe. Es war die Rebecca Nr. 43. Das Heft zeigt durchaus Gebrauchsspuren, aber es ist so schön, dass ich daraus sofort noch weitere Modelle stricken könnte.

Angefangen hat es mit diesem Projekt im Military Look. Stricktechnisch war die Jacke eine kleine Herausforderung. Zunächst wurde das Rückenteil mit zwei seitlichen Keilen gearbeitet, an die später die quergestrickten Vorderteile genäht wurden. Das Schößchen wurde separat gestrickt und anschließend angenäht. Riegel am Rückenteil, den Ärmeln und den Schultern vervollständigten den Look. Dann bin ich durch alle Läden gepilgert, um die passenden Köpfe zu finden. Ich war ziemlich stolz auf die Jacke, habe sie aber nur einmal getragen und dann verkauft. Military ist nicht mein Stil. Habe ich erst hinterher gemerkt.



Das zweite Modell kennt Ihr bereits. Ich habe es Euch beim Thema Lauflänge und Maschenprobe in meinem Post vom 19.05.14 gezeigt:


Das dritte Modell fand ich auch sehr schön. Ein weiterer Pullover für Zopf- und Musterstrickerinnen. Ein florales Muster, verschiedene Zöpfe und das große Perlmuster sorgten für Abwechselung.




Das ist meine Antwort auf die Frage, von welchem Heft ich am meisten profitiert habe. Leider gibt es dieses Heft nicht mehr zu kaufen, aber wenn Ihr die Rebecca Nr. 43 bei Ebay oder auf dem Flohmarkt entdeckt, greift zu, es lohnt sich.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Anneli


Montag, 21. Juli 2014

Kleine Kostbarkeiten - Perlen

Gestern ging aufgrund des Wetters nichts mehr. Bei der Schwüle habe ich meine Strickzeitschriften auf der Suche nach den nächsten Projekten durchstöbert. Dabei fiel mir das Heft "Vintage Glamour" von Debbie Bliss" in die Hände. Ich habe Euch daraus bereits eine Schößchenjacke vorgestellt. Aber dieses Mal habe ich mein Augenmerk auf etwas anderes gelegt. Auf Modelle, die mit Perlen gestrickt oder verziert werden. Wie man mit Perlen strickt, brauche ich nicht weiter zu erläutern, denn "Zwitscherhexe" hat das neulich in einem sehr gut geschriebenen Post erklärt. Der Blog ist überhaupt äußerst lesenswert.




Mein erster Perlen-Pullover war ein Modell aus der "Für Sie". Die "Für Sie" ist übrigens eine schöne Quelle für kostenlose Anleitungen und Tipps. Da ich nicht wusste, ob ich den Pullover mit Perlen wirklich mag, habe ich die Perlen nicht eingestrickt, sondern hinterher aufgenäht. So hätte ich sie zur Not auch wieder entfernen können. Damit die ganze Sache auch preiswert blieb, kaufte ich eine billige Kette, die dann aufgeschnitten und zweckentfremdet wurde.

Diese beiden Modelle von Debbie Bliss finde ich wirklich sehr schön, wobei mir der schlichtere Pullover besser gefällt. Den Zopfpulli würde ich auch stricken, aber wahrscheinlich ohne Perlen. Ist vielleicht auch eine kleine Idee für Euch.



Liebe Grüße,
Anneli

Das muss mal gesagt werden

Herzlichen Dank für Eure Kommentare!

Eure Äußerungen sind nett, lustig, inspirierend, ermutigend und vor allem interessant. Interessant nicht nur für mich, sondern für alle Leserinnen meines Blogs. Wer einen Kommentar schreibt, investiert Zeit. Das verdient Anerkennung und darum beantworte ich auch grundsätzlich alle Kommentare, allerdings nicht per Email. Aus den Antworten resultieren dann zum Teil neue Fragen oder auch kleine Diskussionen, die wiederum für alle Leseinnen von Interessen sein können. Wartet also nicht auf eine Email, sondern schaut bei Eurem nächsten Besuch einfach noch einmal auf Euren letzten Kommentar, wenn Ihr mögt. Ich hoffe, dass meine Vorgehensweise für Euch in Ordnung ist und freue mich weiterhin auf Euer Feedback.

Liebe Grüße,
Anneli

Donnerstag, 17. Juli 2014

Strickfortschritt "Harriet"

Zwei Tage haben meine Nadeln Pause gehabt. Unser Enkel war zu Besuch und hat mir keine Zeit für das Strickwerk gelassen. Stattdessen waren die Beine gefordert. Wir sind Tretboot gefahren und da seine Beine noch nicht bis an die Pedalen reichen, durfte ich strampeln und er hat am Steuerrad Kapitän gespielt. Am nächsten Morgen hat der Kleine dann einen Spruch gebracht, den ich Euch unbedingt erzählen muss: "Oma, du darfst dich heute aber nicht schwarz anziehen." Ich ziehe mich NIE schwarz an. "Warum denn nicht?" "Weil Schwarzfahren ja verboten ist." Ich hätte so gern gelacht, musste aber ernst bleiben, da er sonst sauer geworden wäre. Normalerweise postet meine Tochter solche "Weisheiten" LINK.

Ich komme mit meiner Jacke trotzdem voran. Das Rückenteil ist fertig und das linke Vorderteil angefangen.

 
Tja, wie nehmt Ihr eigentlich im Perlmuster zu? Klar ist, dass die Zunahme unmittelbar neben der Randmasche zu erfolgen hat, da sich die Zunahme so am unauffälligsten ins Muster einfügen lässt. Ich habe dann meine Bücher gewälzt. "Wollball" hat am 10.07.14 das Buch "Stricken - Das Standardwerk" vorgestellt. Das Buch ist wirklich hilfreich, und es gibt dort auch ein Kapitel über die Maschenzunahmen am Rand. Allerdings nicht für das Perlmuster, denn wo ich aus einer rechten Masche einen Faden holen soll, ist bei mir eine linke Masche.


OK, für mich gibt es die Möglichkeit, neben der Randmasche eine Masche links oder rechts verschränkt (je nachdem, was für eine Masche ich gerade im Muster benötige) zuzunehmen.

Eventuell kann man auch eine Masche aufschlingen und dann mustergemäß abstricken.

 Was ich sagen will, ist, dass auch nach Jahrzehnten des Strickens immer wieder Fragen auftauchen. Ich empfehle jeder Strickerin, sich mit guter Fachliteratur auszustatten und immer wieder daran zu arbeiten, die Technik zu verbessern. Auch in Handarbeitszeitschriften gibt es gute Tipps und Zeichnungen, die man ausschneiden und aufbewahren sollte.

So, hoffentlich wird es heute Abend etwas kühler - ich würde gern noch ein paar Reihen stricken, ohne an den Nadeln zu kleben.

Liebe Grüße,
Anneli

Freitag, 11. Juli 2014

Sehr vielseitig - einfarbige Pullover

Jetzt ist er fertig, mein grauer "Marylin-Pullover". Nicht jedem gefällt diese Farbe. Ich liebe sie, weil grau äußerst vielseitig kombinierbar ist.


Dieser Pullover hat sage und schreibe 450 g Wolle (Regia Merino/Angora) verschlugen. Das hätte ich nicht gedacht. Bei einer Lauflänge von 200 m auf 50 g sind das 1800 m. Die kleinen Zöpfe verbrauchen eine Menge Material. Gestrickt aus dem Originalgarn "Angora Haze" von Rowan beträgt der Wollverbrauch
nur 275 g. Ich habe meinem Mann gesagt, dass ich mir die Wolle zu Weihnachten wünsche und sie vorsichtshalber auch gleich bestellt, damit mein Wunsch wahr wird.

Für alle, die wissen möchten, in welchem Heft das Modell zu finden ist, hier noch einmal der LINK und damit ich mich nicht wiederhole die Posts, in denen ich etwas zu "Marylin" geschrieben habe:
Strickfortschritt "Marylin" vom 26.06.2014
Neues Projekt "Marylin" von Martin Storey vom 05.06.2014


Ich oute mich hier mal als echter Rowan-Fan, weil mir die Details in den Anleitungen sehr gut gefallen. Zum Beispiel hier die Abnahme beim Bündchen. Das Bündchen ist unten breiter und wird zur Taille schmaler. Die Abnahmen an den Seiten bewirken, dass das Bündchen sich besser an die Körperform anpasst und die Rippen dadurch sehr gleichmäßig aussehen. Wer genau hinsieht, erkennt auch, dass ich beim Rückenteil die letzte Masche versehentlich links gestrickt habe, obwohl dort eine rechte hingehört. Na ja, kann passieren.

So, und jetzt wie versprochen die "Tragefotos", wie ihr sie so schön nennt und ein paar Beispiele für graue Verwandlungskünstler:


Ohne Schnickschnack zur Jeans.


Brit Chic: Kombiniert mit Karorock, Tweedrose und Lederhandschuhen.


Vielleicht sogar theatertauglich mit schwarzem Rock und Perlenkette.


Grau lässt sich auch mit Farben hervorragend aufpeppen.

So, das war es für heute. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und uns allen ein Traumfinale!

Liebe Grüße,
Anneli







Mittwoch, 9. Juli 2014

Neues Projekt: "Harriet" von Kim Hargreaves

Mein grauer Pullover "Marylin" von Martin Storey ist fertig. Ich würde ihn Euch sehr gern zeigen, aber ich habe heute leider keine Zeit, um Fotos zu machen. Bis zum Ende der Woche werde ich es aber schaffen.

Gestern morgen hatte ich noch kein neues Projekt auf der Nadel. Solche Situation kann ich gar nicht gut vertragen. Also habe ich geblättert und mein Stash gesichtet. Dabei fielen mir 10 Knäuel "Felted Tweed" von Rowan in die Hände. Ein sehr schönes Tweedgarn, das weich ist, dabei aber seinen rustikalen Charakter nicht verliert. Das passende Modell, das ich eigentlich schon lange stricken wollte, war auch schnell gefunden:




"Harriet" von Kim Hargreaves (LINK). aus dem Heft "Quirky"

Hierbei handelt es sich um eine Schößchenjacke in einem einfachen Perlmuster. Die Jacke ist nicht kompliziert, hat aber kleine Finessen am Kragen und an den umgeschlagenen Ärmelmanschetten. Das Schößchen ist hinten länger, so dass mit verkürzten Reihen gearbeitet wird.


Ich benutze übrigens statt Markierungsringen einfache Wollschlaufen, die ich als weniger störend empfinde und die schnell gebastelt sind.

Liebe Grüße und eine schöne Woche,
Anneli

Samstag, 5. Juli 2014

Aufbewahrung von Stricknadeln

Bevor ich mit meinem Thema starte, hier noch eine Adresse zum Thema Verlinken, die ich von Traudi bekommen habe: http://layout-testen.blogspot.de/. Danke noch einmal für Eure Meinungen, Anregungen und Tipps.

Nun zu meinem heutigen Post und der Frage, wie Ihr eigentlich Eure (Rund)Stricknadeln aufbewahrt?

Ich habe wunderschöne selbstgenähte Hüllen gesehen, wo liebevoll verpackt die Nadeln schlummern. Es gibt auch die etwas gröbere Methode, bei der die Nadeln lose in einer großen Plastiktüten verstaut werden, was natürlich der Qualität der Seile nicht gerade förderlich ist. Außerdem entsteht bei dieser Form der Aufbewahrung irgendwann die typische "Kloßform", bei der sich die Nadeln verheddern.


Es gibt auch Strickerinnen, die die Nadeln in der Originalverpackung aufbewahren. Das habe ich auch einige Zeit lang so gemacht, aber ich finde, dass die Seile beim Herausnehmen einen Drall haben, den man erst einmal bändigen muss, weil die Verpackungen häufig sehr klein und eng sind.

Also habe ich für mich folgende Lösung gefunden: Ich habe mir Briefumschläge in DIN A5 gekauft und mit Nadelstärke und Länge beschriftet. Das klappt ganz gut. Die Nadeln haben etwas mehr Platz und ich finde schnell, was ich brauche. Natürlich kann man die Methode noch verfeinern und zum Beispiel hinzufügen, ob es sich um Holz-, Bambus-, Plastik- oder Metallnadeln handelt, oder ob die Nadelspitzen rund oder spitz sind.

Gut eigenen sich auch Plastikhüllen oder noch größere Briefumschläge. Wie macht Ihr das?

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp. Vor dem Stricken prüfe ich IMMER noch einmal die Stärke der Nadel mit dem Nadelmaß. Ich habe auch schon irrtümlich nach dem falschen Umschlag gegriffen und die Nadel falsch einsortiert. Wer sich schon einmal gewundert hat, warum das Rückenteil größer ausgefallen ist als das Vorderteil, geht auf Nummer sicher.


Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Anneli