Mittwoch, 30. April 2014

Och, nö! Ich muss ribbeln!

 Zuerst möchte ich Euch eine Jacke zeigen, die ich letztes Jahr gestrickt habe. Ich habe sie im Rowan Magazin Nr. 50 (Link) gefunden. Ein zeitloses Modell, das leicht zu stricken ist. Es sind die Feinheiten, die diese schlichte Jacke interessant machen, z. B. die betonten Abnahmen am Halsausschnitt und am Raglanärmel. Wer nachstricken möchte: Es handelt sich um das Modell "Nancy"









Und jetzt ein typischer Fall von selbst schuld. Ich bin fast fertig mit meinem Cosy Cardigan und muss dann feststellen, dass ich beim rechten Vorderteil die Maschenzunahme für die Seitenschrägung vergessen habe. Ärgert Euch so etwas auch?  Also, ich kann da sauer werden, allerdings sehe ich es diesmal positiv, da meine Noppen nicht so gut gelungen sind.


Bei der Gelegenheit möchte ich Euch noch ein Knopfloch vorstellen, das mir sehr gut gefällt. Man arbeitet es bei einer senkrecht gestrickten 1/1 Blende (li, re, li, re, li usw.). In der Mitte der Blende sollte sich eine linke Masche befinden. Vor dieser linken Masche macht man einen Umschlag und strickt die folgende linke mit der darauffolgenden rechten Masche rechts zusammen. In der Rückreihe wird der Umschlag dann mustergemäß  gestrickt. Das Knopfloch fällt in der Blende fast nicht auf.


Ich wünsche Euch einen schönen 1. Mai und ein sonniges Wochenende!

Anneli

Sonntag, 27. April 2014

The Knitter Nr. 18 - deutsche Ausgabe

Am 30. April 2014 erscheint die deutsche Ausgabe "The Knitter" im Zeitschriftenhandel. Dieses Magazin ist für mich ein "Must Read", und ich kaufe es IMMER, auch ohne vorher noch einmal durchzublättern. Ich kann sicher sein, dass ich ein schönes Modell finde und dass zahlreiche wirklich lesenswerte Artikel und Informationen in der Zeitschrift enthalten sind. Zwei neue Modelle habe ich gleich auf meine Liste gesetzt: Eine Schößchenjacke "Demeter" von Jennie Atkinson und ein Baumwolltop "Serliana" von Hitomi Shida. Ich könnte schon wieder dahinschmelzen.

Doch diese Ausgabe ist auch etwas ganz Besonderes für mich persönlich. Schon vor einiger Zeit bin ich der Aufforderung der Redaktion gefolgt. Sie lautet: "Wir möchten sehen, was Sie stricken!" Ok, dachte ich, dann sende ich doch mal ein paar Bilder hin. Vielleicht ist ja etwas dabei, das ihnen gefällt. Mit dieser Galerie habe ich allerdings überhaupt nicht gerechnet! Ich habe mich riesig gefreut und bin natürlich auch ziemlich stolz.


Ich möchte noch einmal darauf zurückkommen, warum mir diese Zeitschrift so gut gefällt:

  • Es ist eigentlich immer für jeden etwas dabei: Pullover, Jacken, Socken, Tücher, Decken usw.
  • Es gibt Modelle für Frauen, Kinder und Männer.
  • Die Anleitungen sind gut verständlich, allerdings finde ich die Maßangaben zu den Schnitten verbesserungswürdig (z. B. Ausschnittbreite und -tiefe, Höhe der Armkugel usw.). 
  • Zu den Modellen gibt es mehrere Aufnahmen (auch Rück- oder Detailansichten).
  • Muster und Halsausschnitte sind gut erkennbar (leider gibt es Magazine, in denen das nicht selbstverständlich ist. Ausschnitte, die durch lange Haare verdeckt werden, schwarze Teile, auf denen man wirklich gar nichts erkennen kann oder Bilder, auf denen die Landschaft eine größere Rolle zu spielen scheint als das Strickmodell).
  • Sehr gut gefällt mir auch die Seite "Alternativgarne". Dort gibt es zu jedem Modell Vorschläge, welche Garne neben dem Originalgarn noch verwendet werden können. Genannt werden Garnname, Hersteller, Zusammensetzung der Wolle, Lauflänge und sonstigen Bemerkungen. Ich finde das sehr hilfreich.
  • Es gibt außerdem interessante Artikel: Garn- und Buchvorstellungen, Termine, Neuigkeiten, Lehrgänge und vieles mehr. Zum Beispiel auch die sehenswerte Galerie.
  • Eine sehr, sehr nette Redaktion!
Fazit: "The Knitter" ist ein interessantes, lesenswertes Magazin für jede Strickerin!

Donnerstag, 24. April 2014

Strickfortschritt und das Thema "Blende"

Bei meiner Jacke wird die Blende mit der Nadel, die für das Bündchen verwendet wurde (ND 2,5), separat gestrickt und dann an das Vorderteil (gestrickt mit ND 3,0) angenäht. Die Reihenzahl der Blende ist identisch mit der des Vorderteils.


Der Vorteil ist, dass die Blende durch die dünnere Nadel etwas fester und kürzer wird, so dass ein Verlängern durch die Knopflöcher und das Gewicht der Knöpfe vermieden wird. Als Randmasche werden gern Kettmaschen verwendet. Ich habe mich für den Knötchenrand (Randmasche am Anfang und am Ende jeder Reihe rechts stricken) entschieden, weil ich ihn für diese Blende ganz dekorativ finde.


Manchmal möchte man aber eine Blende direkt mit anstricken.

Um hier das Verlängern zu verhindern, arbeite ich mit verkürzten Reihen und zwar jeweils auf Kopflochhöhe. Das hat sich bewährt. Ich habe auch einen tollen Tipp für eine 2/2-Blende (2 re, 2 li) gefunden und zwar in "Das große Strickbuch" von Katharina Buss. Er lautet: Stricken Sie an der äußeren Kante 4 statt 2 Maschen glatt rechts (inkl. Randmasche). Die äußeren Maschen rollen sich von selbst auf und halten durch den Drall in Form.

Um das zu veranschaulichen, hier ein paar Bilder von einer Jacke, bei der ich diese Technik angewendet habe.


http://faden-gold.blogspot.de/p/blog-page_28.html
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Euch allen einen schönen Abend!
Liebe Grüße von Anneli


Montag, 21. April 2014

Knitting Pretty - Posy Cardigan

Ich gebe zu, dass ich beim Stricken mit vielen Farben und Knäulen meine Pausen brauche. "Rhiannon" wird aus diesem Grunde etwas länger brauchen. Ein zweites Projekt musste her - einfarbig natürlich.


Bei meiner Suche stieß ich auf ein Frühjahrsheft von Rowan "Knitting Pretty" Link, in dem viele zauberhafte Modelle von  "Martin Storey", einem meiner Lieblingsdesigner, abgebildet sind. Diese Kurzjacke gefiel mir spontan. So ein Modell kann man zu Kleidern, die ärmellos sind oder einen kurzen Ärmel haben, immer gebrauchen.

Posy Cardigan wird mit Rowan Wool Cotton 4ply gestrickt, aber von Siena 4ply  hatte ich noch einen Vorrat. Bei identischer Maschenprobe konnte ich gleich losnadeln. Das Rückenteil ist fertig. Bei einem glatt rechts gestrickten Teil kann man auch einen Tatort ansehen, ohne dass man anschließend ribbeln muss.




Die Blendenmaschen der Vorderteile werden nach Fertigstellung des Bündchens stillgelegt. Später wird die Blende mit der dünneren Nadelstärke des Bündchens hochgestrickt und angenäht. Das sind die kleinen Feinheiten, die die Modelle von Rowan etwas perfekter machen.


Mittlerweile ist auch ein Vorderteil fertig. Die Jacke ist wirklich kurz, so dass es flott vorangeht. Mir gefällt das Blütenmuster. Eine Testrose habe ich auch schon gestrickt. Sie ist einfach zu arbeiten. Wenn man bei Google unter "Rosen stricken" auf Bildersuche geht, findet man viele Anleitungen.

Für diese nimmt man 28 M auf.
1. Reihe: *1 re, 1 li* bis Ende
2. Reihe: wie 1. Reihe
3. Reihe: jede linke Masche verdoppeln
4. Reihe: jede linke Masche verdoppeln
5. Reihe. Maschen stricken, wie sie erscheinen
6. Reihe: wie 5. Reihe
7. Reihe: abketten (ich habe bereits nach der 5. Reihe abgegekettet, weil mir die Rose zu hoch erschien).
Anschließend aufrollen.


So, das war es für heute.

Liebe Grüße,
Anneli

Dienstag, 15. April 2014

"Rhiannon" - mein neues Projekt

Als ich im vergangenen Jahr die "Rowan Tweed Collection (Link) durchblätterte, gefiel mir das Modell "Rhiannon" spontan. Der Pullover wird aus Rowan Fine Tweed gestrickt. Das Garn ist nicht gerade reißfest, dafür aber in vielen wunderschönen satten Farben erhältlich. Ich kaufte die Wolle und lagerte sie erst einmal ein.

Letzte Woche wollte ich begeistert loslegen, war aber ziemlich entmutigt, als ich die Strickschrift sah. Also ehrlich, der Pullover wird teilweise mit 13 Knäulen gleichzeitig genadelt und die Strickschrift ist schwarzweiß mit Punkten, Kreisen, Strichen und ähnlichen Symbolen versehen, die zudem noch winzig sind. Das Foto zeigt einen Ausschnitt der Strickschrift. Ein Farbdruck ist teurer, ist schon klar.


Gerade wollte ich das Garn wieder einlagern, als mir die Idee kam, die Sache zu "übersetzen".

Ich habe die Strickschrift jetzt farbig auf dem Computer und außerdem noch ein Lineal, mit dem ich leicht erkennen kann, in welcher Reihe ich gerade bin. Der Zeitaufwand hat sich in Grenzen gehalten und wirklich gelohnt.




Jetzt geht es munter voran, aber ich werde die Ärmel wohl einfarbig stricken.

Liebe Grüße,
Anneli

Freitag, 11. April 2014

"Angelite" von Martin Storey ist jetzt fertig

Weiter geht es mit "Angelite". Nachdem ich alle Teile des Pullovers gespannt habe, schließe ich sie von der Außenseite im Matratzenstich. Auch hier gilt, dass eine Arbeit mit der Ausarbeitung steht oder fällt.

Wichtig für eine gute Naht sind feste Randmaschen. Das Thema "Randmaschen" hat mich allerdings dermaßen beschäftigt, dass ich dazu einen gesonderten Post schreiben werde. Gehen wir also davon aus, dass die Ränder gelungen sind und wir die Teile zusammenfügen. Alte Hasen kennen das natürlich alles, aber ich weiß, dass hier auch einige Strickerinnen lesen, die ganz dankbar für den einen oder anderen Tipp sind.
Darum findet Ihr  hier einen (Link) zum Thema Matratzenstich.

Manchmal hefte ich die Seitenteile zusammen, doch meistens reichen Stecknadeln.

In den meisten Strickbüchern steht zum Thema Matratzenstich, dass pro Seite zwei Maschen auf einmal aufgefasst werden. Warum eigentlich? Ich fasse auf jeder Seite immer nur eine Masche auf, weil ich finde, dass ich so genauer arbeiten kann.


Wie das Ziel erreicht wird, ist im Grunde genommen egal. Das Ziel sollte eine möglichst unsichtbare Naht sein.

http://faden-gold.blogspot.de/p/pullover.html

Der Pullover ist fertig. Hat viel Spaß gemacht, ihn zu stricken. Hier noch einmal der Link zur Truesilk Collection.


Viele Grüße und ein wunderschönes Wochenende!

Anneli

Montag, 7. April 2014

Oldies but Goldies!

Werft bloß keine Negative weg, auf denen irgendwelche Strickwerke dokumentiert sind! Ich habe mir die Mühe gemacht und die alten Streifen digitalisiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass es von den meisten Sachen leider keine Bilder mehr gibt. Projekte, die niemals fotografiert wurden oder Negative, die nach Umzügen verschwunden blieben. Aber über die Bilder, die ich retten konnte, bin ich heute froh. Es würde Euch sicher genauso gehen. Man kann auch wunderbare Fotobücher machen, aber dazu komme ich in einem späteren Post.

Wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr Euch meine neue Galerie "Oldies"(Link) ansehen. Ihr dürft auch lachen und ich weiß, dass meine Tochter jetzt Gänsehaut bekommt, weil die Scrapper einmal "Mel ganz klein" sehen können. Aber dafür ist die Seite gemacht.

Dieses Stück möchte ich Euch allerdings schon jetzt einmal zeigen. Entnommen aus der "Diana". Ich musste ihn einfach stricken und das Material war damals schon richtig teuer. Ich glaube, für diesen Pullover habe ich gut 300,- DM an Wolle ausgegeben. Heute würde ich mir keine Angorawolle mehr kaufen, seitdem ich gehört habe, wie man diese Haare gewinnt.

Freitag, 4. April 2014

Meine Erfahrungen zum Thema "Halsausschnitt"



Es gibt unglaublich viel Literatur, wenn es um das Stricken geht und doch sammelt man seine ganz persönlichen Erfahrungen, die ich gerne weitergebe.

Mein „Angelite“ Pullover von Martin Storey geht in die Endphase und ich finde ihn schon jetzt richtig schön. Da ich als Beifahrerin wieder ein paar Stunden im Auto verbringen muss, wird der zweite Ärmel dieses Wochenende auch fertig.

Ich habe gerade die Blende an den Halsausschnitt gestrickt und mir ein paar Anmerkungen für Euch notiert.

Oft werden beim Vorder- und Rückenteil die Maschen für den Halsausschnitt stillgelegt und später wieder aufgefasst. Mache ich teilweise auch, wenn sich zum Beispiel ein Muster in der Blende fortsetzt. Wenn es möglich ist, verzichte ich aber darauf, weil ich Wert auf eine stabile und wenig elastische Ausschnittskante lege.

Ich hebe die Anschlagsmaschen mit Hilfe einer Häkelnadel auf eine Stricknadel, die mindestens eine Nadelstärke dünner ist als die Nadel, mit der die Blende dann gestrickt wird. 

Nach der Anschlagsreihe (hier mit ND 2,0 aufgenommen) wechsle ich auf die dickere Nadel ( hier ND 3,0) und stricke die Blende. Die erste Reihe zieht sich jetzt dicht an das Gestrickte heran, so dass man einen sauberen Übergang hat. 


Mein Gott, klingt das kompliziert! Lohnt sich aber. Kein Ausschnitt der ausleiert, keine absackenden Schultern oder sich verlängernde Ärmel!


Ein wunderschönes Wochenende für Euch!

Anneli