Montag, 29. September 2014

Ideen sammeln und umsetzen - Teil 2

Strickt Ihr eigentlich immer genau nach Anleitungen, oder betrachtet Ihr ein Modell eher als Idee, als Anregung für Euer eigenes Design?


Ich stricke gern nach einer guten Anleitung, aber ich merke, dass es mir immer mehr Spaß macht, Dinge zu verändern und meine eigenen Ideen umzusetzen. Vergangenes Jahr fand ich in der "Catwalk Nr. 5 - Herbst/Winter 2012/2013" von Lana Grossa diesen Pullover und dachte sofort an meine Wollreste. Aus Strumpfwolle entstand dann dieser Pullover.

 Was brauchte ich für "mein" Modell:
  1. Einen guten Schnitt
  2. Eine exakte Maschenprobe
  3. Einen Taschenrechner
  4. Meinen Computer


Ich weiß, dass es Stricksoftware gibt, aber für meine Anforderungen langt Excel allemal. Da eine Masche breiter als hoch ist, habe ich folgende Formatierung eingerichtet:  Spaltenbreite 2,57 und Zellenhöhe 13.
Die Fotos vom Bildschirm sind nicht ganz so schön, aber Ihr bekommt eine Vorstellung, wie ich an die Sache herangegangen bin und man kann gut erkennen, wie das fertige Projekt später aussehen wird. An den Bündchen und am Kragen habe ich einen kleinen scharzen Rand als Kontrast gestrickt.



Das Thema Design und Eigenentwurf werdet Ihr hier in Zukunft sicher häufiger lesen. Inspiration findet man nicht nur in Strickzeitschriften, oder?

Liebe Grüße und eine schöne Woche,
Anneli


Donnerstag, 25. September 2014

Zopfpullover Modell Nr. 1 aus der Rebecca Nr. 48

Hier ist er nun, mein neuer Zopfpullover. Eigentlich wollte ich ihm den Namen 16-Grad-Pulli geben, denn Modelle, die aus solch dicken Garnen gestrickt werden, sind leider nur begrenzt einsatzfähig. Sie tragen sich wunderbar bei Temperaturen zwischen 15° und 17° C, darüber ist es oft zu warm und darunter wird es auch schnell zu kalt, besonders, wenn eine frische Brise weht. Zieht man dann noch eine Jacke oder einen Mantel drüber, sieht man aus wie eine Wurst. Aus diesem Grunde möchte ich mich von dicker Wolle verabschieden und meine Bestände, die ich noch habe, entweder als Jacken oder Herrenpullover verarbeiten.


Hier habe ich noch ein paar Details für Euch:
Material: Bingo, Lana Grossa, 100 % Merinowolle
Farbe: 146
Verbrauch: 750 g
Nadeln: 4,5 und 5,5

Interessant fand ich die Raglanabnahme. Hier wurde neben der Randmasche vor der Abnahme noch eine linke Masche gestrickt. Ich finde, dass diese Lösung ganz gut zum Muster passt.



Ja, und seht mal, was ich hier gefunden habe. Ein Paar ganz zauberhafte fingerlose Handschuhe, die meine Kollegin für mich gestrickt hat. Die sind doch wie gemacht dafür. Ich liebe solche Accessoiers, auch wenn ich sie nicht so gerne arbeite. Eine Könnerin auf diesem Gebiet ist Anke. Auf ihrem Blog "Aran Knitting" zeigt sie außer Pullovern und Jacken auch ganz wunderbare Strümpfe und Handschuhe.


Zum Schluss wie immer ein paar "Tragefotos".



Beste Grüße,
Anneli

Sonntag, 21. September 2014

Dänemark - zwischen Strick und Strand

Was für ein Spätsommer! Mit Freunden haben mein Mann und ich 14 erholsame Tage hoch im Norden Dänemarks verbracht. Ganz in der Nähe von Skagen, dort, wo sich Nord- und Ostsee treffen. Bei Sonne und milden Temperaturen  haben wir die Gegend zu Fuß, mit dem Auto und ganz oft mit dem Fahrrad erkundet. Kuschelige Ortschaften, kilometerlange menschenleere Sandstrände, Wald- und Heidelandschaften, Kultur und ganz viel Natur.

Rubjerg-Knude - Nordjütland
Kilometerlange Sandstrände - menschenleer
Ein netter Nachbar
Natur pur
Trotz zahlreicher Unternehmungen gab es immer noch viel Zeit zum Stricken. Mein hellblauer Zopfpullover ist bis auf den Rollkragen fertig. Ich habe ihn gerade gespannt und werde ihn Euch in den nächsten Tagen zeigen.

Isager - Bindslev/Tversted
Hier gibt es auch Strickkurse
 Natürlich habe ich in Dänemark auch Ausschau nach Wolle und Strickgeschäften gehalten. In Bindslev/Tversted hat die Firma Isager ihren Sitz. Selten habe ich einen so schönen und liebevoll gestalteten Laden gesehen. Einen Blick in die Regale, und man wird angesichts der Farbenvielfalt und unterschiedlichen Qualitäten schwach. Wer nicht weiß, was er mit den Garnen anfangen kann, wird durch viele Pullover- und Jackenmodelle sowie wunderschöne Accessoires inspiriert. Es ist verständlich, dass ich nicht ohne Tüte wieder rausgegangen bin.

Traumhaft schöne Garne von Isager
Leider nur dänische Anleitungen - ich versuche es trotzdem
Diese Garne habe ich für die zweifädig gestrickte Jacke gekauft
In Lönstrup an der Nordseeküste ist das Kunsthandwerk zu Hause. Zwischen Malerei, Töpferei und Glaskunst gibt es auch ein Wollgeschäft. Die Besitzerin schert ihre Schafe selber und lässt ihre Wolle in einer Spinnerei herstellen. Auch hier konnte ich das Geschäft nicht ganz ohne Garn wieder verlassen.

Knudegarn - ein schönes rustikales graues Garn kann ich immer gebrauchen
Die Handarbeitsgeschäfte scheinen zahlreicher zu werden, je weiter man nach Norden kommt. Auch in Göteborg habe ich zwei wunderschöne Läden gesehen (bin stark geblieben). Auf dem Weg zur Fähre sind wird durch Jerup gefahren. Hier haben kreative Frauen den Ort mit einen gestrickten Zug verschönert.


Ein Strickzug in Jerup mit viel Liebe zum Detail
Es war ein sehr schöner Urlaub. Meine Jacke "Joyce" ist auch gewachsen. Das Rückenteil sowie die Hälfte des linken Vorderteils sind fertig. Ich hätte ein Knäuel mehr einpacken sollen, dann hätte ich auch auf der Rückfahrt noch etwas zum Stricken gehabt.


Doch nun möchte ich erste einmal sehen, was Ihr während der letzten beiden Wochen gemacht habt.

Liebe Grüße,
Anneli

Montag, 1. September 2014

"Joyce" - eine neue Strickjacke und mein Strickfortschritt beim Raglanpullover

Bevor ich eine kleine Blogpause einlege, möchte ich Euch kurz noch mein zweites Projekt vorstellen und zeigen, wie es mit meinem Raglanpullover vorangeht.


Gefunden habe ich das Modell im Rowan Magazin Nr. 50. Inspiriert von den Retro Einflüssen der späten 1950er und frühen 1960er, zeigt Rowan eine schöne Kollektion schlichter und unauffälliger Modelle. Die Jacke ist auf Figur getrimmt, hat kleine Details wie Taschenblenden und Kragen und ist leicht zu stricken. Eine Maschenprobe im Originalgarn (Rowan Cashsoft DK) habe ich bereits gemacht. Das Garn lässt sich wunderbar stricken. Ich glaube, dass man das Muster mit dicken Nadeln und dünner Wolle auch gut für einen Schal verwenden könnte. Darum möchte ich es Euch nicht vorenthalten.


Es besteht aus zwei Reihen:
1. Reihe: KEINE Randmasche, 3 M re * 1 M wie zum linksstricken abh. (Faden läuft vor der Masche auf der Vorderseite der Arbeit) 3 M re* wiederholen bis zum Ende.
2. Reihe: KEINE Randmasche, 1 M re * 1 M wie zum linksstricken abh. (Faden ist vor der Masche auf der Rückseite der Arbeit)* wiederholen bis zu den letzten beiden Maschen, 1 M abh.. 1 M re.
Diese beiden Reihen immer wiederholen.

Bei meinen Raglanpullover aus der "Bingo" von Lana Grossa ist das Rückenteil fertig. Mit der Wolle geht das ratzfatz. Die Farbe ist übrigens nicht hellblau, sondern aqua. Die finde ich noch etwas schöner.


Für die Raglanschrägung habe ich bei Tichiro einen wunderbaren Tipp zur "SSK" gefunden. Ich setzte hier einfach mal den Link, denn es ist dort fantastisch erklärt. Die "Improved SSK" werde ich ab heute nur noch anwenden.



Habt Ihr noch Lust auf ein weiteres Muster? Ich finde nämlich die Noppenstreifen auch sehr dekorativ. Sie sind ebenfalls ganz leicht zu stricken: Das Muster geht über 7 Maschen (von Noppe zu Noppe).
  
Reihe 1:  re, li, li, re, li, li, re
Reihe 2:  in alle Maschen, die in der ersten Reihe re gestrickt wurden, wie folgt stricken: re, 1 Umschlag, re
die anderen Maschen stricken, wie sie erscheinen
Reihe 3: alle Maschen und Umschläge links stricken (es sind 13 Maschen auf der Nadel)
Reihe 4: drei M li zus.stricken, 2 M re, drei M li zus.stricken, 2 re, drei M li zus.stricken = 7 M

 Ich wünsche Euch eine schöne Woche und auf bald!

Liebe Grüße,
Anneli

Donnerstag, 28. August 2014

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Kennt Ihr das? Die Suche nach einem neuen Projekt gestaltet sich schwierig. Es ist nicht so, dass es keine Auswahl gäbe. Umzingelt von Strickmagazinen und Büchern, ist man von den hunderten Modellen und Ideen so erschlagen, dass man gar nicht mehr weiß, was man eigentlich will. Da wird geblättert, gesichtet, überlegt und verworfen und langsam entfaltet sich dieses unbefriedigende Gefühl, dass man eigentlich genau jetzt stricken möchte und nicht kann. Zu diesem Punkt hat Heike (Wollball) gerade einen herrlichen Post verfasst.


Nun ist mir in den Sinn gekommen, eine kleine Checkliste zu entwickeln, die dabei helfen könnte, etwas fokussierter vorzugehen.
  • Gibt es ein Garn, das schon lange im Stash ist und das endlich verarbeitet werden sollte?
  • Gibt es ein Kleidungsstück, das ich wirklich brauche? (Mütze, Schal, Handschuhe, Jacke, Mantel, Pullover usw)
  • Wann möchte ich das Teil anziehen (Jahreszeiten)?
  • Gibt es ein Kleidungsstück, zum dem es passen sollte?
  • Ist es für den Alltag gedacht oder eher für Festlichkeiten?
  • Welche Form soll das Stück haben (lang, kurz, weit, figurbetont usw.)?
  • Welche Ärmel sind sinnvoll (hängende Schultern, Keule, kurze oder lange Ärmel)?
  • Was für ein Garn benötige ich (Farbe, Lauflänge, Zusammensetzung usw.)?
  • Passt das Strickstück unter meine Jacken oder Mäntel?
  • Welche Details sind mir wichtig (Kragen, Ausschnitt, Knöpfe, Gürtel, Muster usw)?
Das sind vielleicht nicht alle Punkte. Wer noch weitere Ideen hat, bitte melden. Ich freue mich über jeden Vorschlag. Auf jeden Fall kann man das, was man wirklich will, etwas besser einkreisen.

Bei mir war es der erste Punkt, der den Ausschlag für mein neues Projekt gegeben hat. Ich habe noch bestimmt 5 kg "Bingo" von Lana Grossa in meinem Wolllager. Ich möchte sie gern verstricken, weil sie mir zu viel Platz wegnehmen und wusste sofort, in welcher Zeitschrift ich ein passendes Modell finde. Entdeckt habe ich es mal wieder in einer Rebecca. Es ist das Modell Nr. 1 aus dem Heft Nr. 48. (Heft ist ausverkauft, aber man kann es sich online ansehen). Ich habe ein schwarzweiß Foto genommen, damit Ihr das Muster besser erkennen könnt.


Dieses ist also mein nächster Pullover. Ich habe noch ein blasses, pudriges Hellblau. Leider kommt die Farbe auf dem Bild nicht so raus.


Das Stricken macht Spaß, denn mit Nadeln 5,5 geht es flott von der Hand und mein Mann bekommt dieses Mal aus dem Garn auch einen Pulli zu Weihnachten. Nein, nicht in hellblau aber vielleicht in natur.

Liebe Grüße,
Anneli