Donnerstag, 27. November 2014

Etwas Warmes für den Hals

Jetzt ist wieder die Zeit für Schals und Tücher gekommen. Häufig sind die Tage kalt und grau. Ich finde, da darf es auch mal ein kleiner Farbtupfer sein.


Farbtupfer habe ich im vergangenen Jahr im Form von Noro-Garnen gefunden, aus denen ich zwei Schals gestrickt habe. Es handelt sich um das "Silk Garden Sock Yarn". Die Farbverläufe sind einmalig. Das Garn hat auf 100 Gramm eine Lauflänge von 300 Metern und besteht aus 40 % Wolle, 25 % Seide, 25 % Polyamid und 10 % Mohair. Empfohlen wird eine Nadelstärke von 3,5 - 4. Die Maschenprobe glatt rechts (lt. Banderole) beträge 20-22 M und 28-30 R auf 10 cm. Ich möchte Euch die beiden Schals einmal näher vorstellen.

Mein erster Schal ist 180 cm lang, 20 cm breit und wiegt 175 Gramm. Gestrickt habe ich ihn in einem einfachen Zackenmuster. Am Anfang und Ende des Schals habe ich 4 Reihen kraus rechts gestrickt und dann im Muster gearbeitet. Ein Streifen geht in der Breite über 11 Maschen und in der Höhe über 2 Reihen:


1. R (Hinreihe) *2 M re zusstr., 2 M re, je 1 M re und 1 M re verschränkt in die nächsten 2 M stricken, 3 M re,  2 M überzogen zussstr. * ab * wiederholen
2. R (Rückreihe) links stricken


Mein zweiter Schal ist ebenfalls 180 cm lang, 20 cm breit und wiegt 200 g. Gestrickt wurde im Patentmuster. Für die, die ihn noch nicht kennen, möchte ich in diesem Zusammenhang den Patentrand vorstellen.


Er ist in der folgenden Strickschrift erklärt. Die ersten drei Maschen am Anfang und am Ende JEDER Reihe bilden den Patentrand. Wichtig ist, dass Ihr diese Maschen sehr fest strickt.


Die Maschen zwischen den Pfeilen bilden das Patentmuster.


Euch noch einen schönen Tag und Schal umbinden! Die Temperatur sinkt unter den Nullpunkt ... schlotter ....

Liebe Grüße,
Anneli

Samstag, 22. November 2014

Warum eigentlich "Fadengold"?

Meine Tochter und ich waren uns einig, dass man gewisse Dinge einfach haben, horten und lieben muss. Bei ihr handelt es sich um Papiere, Stempel, Knöpfe, Sticker, Schneide-, Näh- und Stickmaschinen, bei mir um verschiedene Garne. Für mich waren und sind diese Vorräte echte Schätze, darum nenne ich sie "Fadengold", und als meine Tochter meinen Blog kreierte, gab sie ihm genau diesen passenden Namen.

In einer Excel-Tabelle führe ich eine Liste über Zu- und Abgänge meiner Schätze. Ich weiß somit, wo genau sich ein bestimmtes Garn in welcher Farbe und Partie befindet, welche Maschenprobe es laut Banderole hat, welchen Nadelstärke empfohlen wird und welche Menge mir zur Verfügung steht. Das ist eine geniale Sache, solange man alle Angaben erfasst hat.

Heute Morgen suchte ich ein ganz bestimmtes Garn. Allerdings hatte ich den Lagerort vergessen einzutragen, was dazu führte, dass ich mich durch meine Vorräte wühlen musste. Herrlich! Was ich so alles habe! Ja, ich habe "Gregor", den Weihnachtspullover für meinen Mann, auf den Nadeln und das Rückenteil ist fast fertig, aber ich verspüre den Wunsch nach einem neuen Projekt für mich.

"Gregor" bekommt einen roten Rand. Danke für Eure Abstimmung! Modell aus dem deutschen Knitter Nr. 15

Ich habe Euch kürzlich das neue Heft "Fine Donegal" von Debbie Bliss vorgestellt. Darin enthalten ist ein Modell mit dem Namen "Cabled Sweater", für das ich gern mein "Knudegarn" verwenden würde. Es ist ein herrlich rustikales aber weiches und sehr dünnes Garn, das ich aus Dänemark  mitgebracht habe. Der Strang, den ich eben zum Knäuel gewickelt habe,  hat eine Lauflänge von 400 m auf 100 Gramm und enthält keinen einzigen Knoten. Ich glaube, das Zopf-/Aranmuster wird bei dem Mittelgrau ganz wunderbar rauskommen. Die Farbe im Heft ist mir etwas zu dunkel und das Muster schwer zu erkennen. Folgt man dem Link, sieht man es etwas besser. Auf jeden Fall werde ich schon mal eine Maschenprobe stricken.



Ich wünsche Euch ein gemütliches und kreatives Wochenende,

Anneli

PS: Einen besonderer Gruß sende ich an meine neuen Leserinnen. Viel Spaß beim Stöbern auf meinem Blog!


Montag, 17. November 2014

Computerproblem und eine fertige Karojacke

Puh, was für eine Aufregung! Ich hatte meinen Computer angeschaltet, doch außer einem komischen Pfeifen kam nichts mehr. Tja, wann habe ich die letzte Datensicherung gemacht? Was ist, wenn die Bilder alle weg sind? Mir wurde heiß und kalt. Mein Mann hat sich das Ding dann kurzerhand unter den Arm geklemmt und ist zu einem Freund gefahren, der sich auf diesem Gebiet auskennt. Nach einer Weile kam der erlösende Anruf. Alles ist wieder gut, es gab keinen Datenverlust, aber ich schwöre, dass ich ab heute ganz regelmäßig meine Daten speichern werde!

Nun, die Sache hatte auch etwas Gutes. Ich hatte ein bisschen mehr Zeit. Zeit, den misslungenen Kragen wieder aufzuribbeln und noch einmal zu stricken, Zeit, die unzähligen Fäden zu vernähen und die Knöpfe anzubringen. Jetzt ist meine Karojacke fertig und ich muss schnell noch ein paar Fotos machen!

So, da sind sie:


... einmal von vorn


... und einmal von hinten.


Einmal von der Seite ....


Einmal mit Jeans ...


 .... und einmal mit Rock. Eigentlich hatte ich ja versprochen, das Ganze mit einer "nice cup of tea and a jolly good cake" zu fotografieren, aber dann stellte ich fest, dass ich gar keine stilechte Teetasse habe, weil ich einfach zu gern Kaffee trinke. Man möge mir das verzeihen.

Ehrlich gesagt, bin ich ganz froh, dass die Jacke fertig ist. Es war eine Menge Arbeit, aber ich freue mich über das Ergebnis. 

Hier sind noch die letzten Stricknotizen:


Knopflochblende: Gegengleich zur ersten Blende stricken, dabei in Reihe 7 verteilt 5 Knopflöcher arbeiten (Abstände s. Bild). Ich habe für das Knopfloch zwei Maschen rechts zusammengestrickt und 2 Umschläge gearbeitet, damit das Loch etwas größer wird. In der Rückreihe über den 2 Umschlägen nur 1 re Masche stricken.

Kragen: Aus den vorderen Ausschnittkanten und dem rückwärtigen Ausschnitt ab Mitte der Blenden mit Nadel 2,5 gleichmäßig verteilt 105 M aufnehmen (30, 45, 30) und gleich mit ND 3,0 kraus rechts weiterstricken. Nach 20 Reihen auf Nadel 3,25 wechseln. Nach 6 cm Höhe 10 M verteilt zunehmen. Nach 8 cm locker abketten. Können auch ruhig 9 cm sein.

So, und jetzt geht es entspannt mit dem Weihnachtspulli für meinen Mann weiter.

Liebe Grüße und eine schöne Woche,

Anneli

Sonntag, 9. November 2014

Fine Donegal von Debbie Bliss

Wenn man mit einer Freundin ein Strickgeschäft besucht, ist es fast unmöglich, den Laden ohne Beutetüte zu verlassen. Allein muss man ja schon sehr stark sein, aber zusammen wird es schwierig. Wir wurden beide fündig.

Dem hauchzarten Tweedgarn "Fine Donegal" von Debbie Bliss konnte ich einfach nicht widerstehen.
Mit einer Lauflänge von 380 m auf 100 g ist es fast so dünn wie Strumpfwolle. Es besteht aus 95 % Wolle und 5 % Cashmere. Für die Maschenprobe von 10 cm benötigt man 26 Maschen und 38 Reihen, gestrickt mit Nadelstärke 3,25. Zu diesem Garn gibt es ein Themenheft mit zauberhaften Pullovern, Stulpen und Tüchern.



Dieses Modell hat es mir besonders angetan. 300 g braucht man für den Pullover. Wenn in dem Weihnachtspullover für meinen Mann 1200 g stecken und ich mein Stash um 300 g aufstocke, habe ich ja im Endeffekt mein Wolllager um 900 g reduziert nicht wahr? Also bloß keine Gewissensbisse!

Ein zweites wunderschönes Heft von Louisa Harding ist auch in den Einkaufskorb gewandert. Es beinhaltet 14 Projekte, die besonders meinen romantischen Leserinnen sehr gefallen werden. Hier ein kleiner Loop.


So, und jetzt schnell die Karojacke weiterstricken. Steffi (Retro-Masche) sagt schon, sie wird kribbelig und will se sehn!

Liebe Grüße,
Anneli

Samstag, 8. November 2014

Karojacke - Fortsetzung

Es mag sein, dass einigen von Euch meine Strickmethode etwas merkwürdig vorkommen mag. Ich bringe es einfach nicht fertig, alle Teile zu stricken, dann zu spannen, um sie anschließend zusammenzunähen. Was ich damit meine, seht Ihr hier:


Während der eine Ärmel bereits eingenäht ist, liegt der andere unvollendet im Korb und das zweite Vorderteil wartet darauf, bestickt zu werden. Die Neugier treibt mich dann, schon mal die Blende anzusetzen, weil ich es nicht abwarten kann, Knöpfe zu kaufen. Ich liebe Knöpfe!

Für alle, die auf meine Stricknotizen warten, hier die Details für Ärmel und Blende: 


Für die Blende habe ich aus der Seitenkante des linken Vorderteils (angezogen linke Seite) auf 190 Reihen 155 M mit ND 2 aufgenommen. Dann wird mit ND 3,25 kraus rechts weitergearbeitet. In der 7. Reihe, die Schößchenblende bis zum Beginn des ersten schwarzen Streifens abketten und über die restlichen Maschen weiterarbeiten.

In Reihe 13 die restliche Maschen abketten. Die Knopfleiste beginnt ab dem ersten schwarzen Streifen. Das Schößchen bekommt keine Knöpfe.

Jetzt kommt der Ärmel:


Mein Ärmel ist 57 cm lang. Wer längere oder kürzere Ärmel braucht, muss umrechnen. Wichtig ist die Länge vom unteren Anschlagsrand bis zum Beginn der Armkugel.

56 M mit ND 3,5 anschlagen, 4 Reihen kraus re. Weiter glatt re. Auf  beiden Seiten für die Schrägung M zunehmen in Reihe 3, 11, 19, 27, 35, 43, 51, 59, 67, 75, 81, 87, 93, 99, 105, 111, 117, 123, 129, 135, 141 - gesamt 148 Reihen = 98 M.

Keule: ab 149. Reihe
Beidseitige Abnahmen wie folgt:
149. R  6 M
151. R  2 M
153. R  2 M
155. R  1 M
157. R  0 M
159. R  1 M
161. R  0 M
163. - 197. R 18 x 1 M
199. R  2 M
201. R  3 M
203. R restliche 28 M abketten


Beim Aufsticken der senkrechten Linien schön darauf achten, dass die Linien von Vorder- und Rückenteil exakt zusammenlaufen. Am besten vorher abzählen und die Reihen markieren.

Weitere Posts zur Karojacke gibt es vom:
05.10.2014
08.10.2014
26.10.2014

Ach, ist es schön, ich kann jetzt Knöpfe kaufen! .... und bald zeige ich Euch dann auch den Kragen und die Knopflochblende ... ich habe schon wieder so viele Ideen in meinem Kopf ....

Liebe Grüße und Euch ein wunderschönes Strickwochenende!

Anneli