Sonntag, 28. Juni 2015

Reisewürmli und die Kanalinseln

Hallo Ihr Lieben,

herzlichen Dank für Eure Kommentare und ein Gruß an meine neuen Leserinnen!

Mein Mann und ich haben ein paar Tage Urlaub gemacht. Geografisch gehören die Kanalinseln zu Frankreich, politisch hingegen zu England. Wir waren auf Jersey.

Die Strände sind oft menschenleer
Wer bei Jersey oder der kleineren Nachbarinsel Guernsey ans Stricken denkt, liegt richtig. Auf den kleinen ummauerten Feldern grasten hier die zwischenzeitlich ausgestorbenen vierhörnigen Schafe, deren Wolle im 16. und 17. Jahrhundert in Jerseys außerordentlich erfolgreicher Strickindustrie eine wichtige Rolle spielte. Ihr verdanken wir es übrigens, dass heute unzählige Pullover und Jacken als "Jersey" bezeichnet werden. Das Stricken war auf der Insel derart beliebt und verbreitet, dass man die MÄNNER während der Erntezeit davon abhalten musste - PER GESETZ!! Das muss man sich einmal vorstellen!

So könnte es ausgesehen haben, das Urschaf. Die vier Hörner sind unter der Mütze versteckt.
Auch der ausgesprochen haltbare Guernsey-Pulllover wurde in aller Welt bekannt. Die leicht ölige Wolle macht Guernsey-Pullover wasserabweisend und es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Exemplar mehrere Jahrzehnte hält, ja sogar vererbt wird.

Allerdings haben sich die Zeiten geändert. Das einzige "The-typical-British-Sweater-Geschäft" stand leer und die beiden Wollgeschäfte, die ich gefunden habe, waren äußerst spärlich bestückt. Fassungslos fragte ich bei der Touristeninformation noch einmal nach. Als ich mich nach Guernsey-Pullovern erkundigte, sah man mich mit großen Augen an. Jersey lebt heute zu 50 % von der Finanzwirtschaft, gefolgt von der Tourismusbranche. Das kann ich bestätigen. Jersey ist reich. Es gibt dort sehr wohlhabende Leute. Aber Jersey ist auch reich an Sonnenstunden, grandiosen Stränden (häufig menschenleer, da der Atlantik zur Zeit nicht wärmer ist als 14 Grad), bezaubernden Ortschaften, charmanten Häusern, schroffen Felsen und einer außerordentlich üppigen und vielfältigen Pflanzenwelt. Die Insel hat uns sehr gut gefallen. Wir waren nur eine Woche dort, aber gefühlt war es deutlich länger, weil wir so viel erlebt haben.

Charming Houses
Ein Café mit einem wunderschönen Garten
Der Reiz liegt im Detail - Schornsteine
Englische Gärten, wunderschöne Rosen ....
Herrliche Baumbestände, zum Teil uralt
Am allermeisten beeindruckt hat mich das Spiel von Ebbe und Flut. Mit 12 Metern Jersey hat den zweithöchsten Tidenhub der Welt. Die Landmasse der Insel verdoppelt sich bei Ebbe und bringt eine bizarre Mondlandschaft zum Vorschein.


Der Weg vom Leuchtturm Corbière ist bei Flut verschwunden
... will man dann zurück, bekommt man nicht nur nasse Füße.
Bei Ebbe zu Fuß erreichbar: Elizabeth Castle
Ein bisschen gestrickt habe ich abends auch, so dass mein zweites Würmchentuch fertig wurde und ich noch einen leichten Schal in Angriff nehmen konnte.


Das neue Tuch ist mit 1,58 m Breite etwas größer ausgefallen als Würmli 1. Es gefällt mir deutlich besser. Ich habe Nadelstärke 3,25 verwendet. Das Tuch hat auch keine Spitze, sondern ist vorn leicht abgerundet. Ich habe dafür die Maschenzahl über fünf Steifen (3 Würmchen, 2 glatt rechtsgestrickte) beibehalten und erst danach wieder abgenommen. Die Abnahmen habe ich direkt neben der Randmasche gestrickt, was ich schöner finde (Randmasche, zwei Maschen rechts zusammenstricken).

Anleitung von Ulrike Altrogge
Material: 100 g Mille Colori Baby Farbe 0058 und 50 g Silkhair, Lana Grossa Farbe 86 (puderrosa)

Reiseprojekt Nr. 2:

Leichter Sommerschal aus Silkhair Print, Lana Grossa Farbe 337


Anleitung: Post vom15.01.2015

Morgen schaue ich mir an, was Ihr in der Zwischenzeit zu berichten hattet. Ich bin schon gespannt!

Liebe Grüße und eine schöne Woche!

Anneli


Donnerstag, 18. Juni 2015

Umstochene Maschen

Ich hatte schon einmal darüber geschrieben, dass mitgestrickte Blenden sich aus verschiedenen Gründen (Knopfloch, Gewicht der Knöpfe, lockere Maschen) verlängern können.

Allerdings gibt es auch den umgekehrten Fall. Ich bin ja nur froh, dass mich eine aufmerksame Leserin daran erinnert hat. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank, liebe Aurelija!

Die Vorderteile meiner Vintagejacke bekommen eine Kraus-rechts-Blende. Schon nach einigen Reihen stellt man fest, dass die Blende kürzer ist als der Rest. Das Muster benötigt in der Höhe einige Reihen mehr. Um den Unterschied auszugleichen, arbeitet man mit verkürzten Reihen. Wie das geht, erkläre ich Euch am linken Vorderteil (angezogen links), weil es etwas problematischer ist als das rechte Vorderteil ..... das ich außerdem noch nicht gestrickt habe :-)


Meine Blende umfasst 9 Maschen.


Ich stricke die 9 Blendenmaschen rechts und wende die Arbeit.


Dann stricke ich die 9 Maschen auf der Rückseite rechts.


Anschließend wird die Arbeit mit einem möglichst festen Umschlag gewendet. Es befinden sich 10 Maschen auf der Nadel. In der nächsten Rückreihe werden 9 Maschen bis zum Umschlag rechts gestrickt. Jetzt kommt´s!


Der Umschlag wird von links nach rechts eingestochen und auf die rechte Nadel geschoben. Ebenso arbeitet man die nächste linke Masche. Es sind jetzt 11 Maschen auf der Nadel.


Jetzt werden die Maschen umstochen.


Dafür geht man mit der linken Nadel von vorn von rechts nach links durch Umschlag und linke Masche und hebt beide auf die linke Nadel. Anschließend strickt man Umschlag und Masche zusammen links ab.

Warum macht man das so? Strickt man den Umschlag mit der nächsten Masche rechts zusammen gibt es kein Problem. Strickt man Umschlag und die nächste Masche links zusammen, ohne dass sie umstochen werden, entsteht auf der Vorderseite der Arbeit eine unschöne Öse, die es zu vermeiden gilt.

Übrigens ist meine Blende schon jetzt um 16 Reihen länger als der Rest. Sieht man nicht, oder?  Ich habe im Bündchenbereich jede 8. Reihe verkürzt. Beim Hauptteil reicht jede 12. Reihe.

Liebe Grüße und eine kreatie Restwoche,

Anneli

Dienstag, 16. Juni 2015

Zwei schöne neue Hefte

Das neue Lace-Heft Nr. 5 von Lana Grossa hat bei mir Einzug gehalten und auch das Themenheft "Summerlite 4ply" von Rowan mit 12 ganz entzückenden Modellen von Martin Storey. Beide Hefte sind für Liebhaberinnen dünner Garne und schöner Muster ein guter Kauf.


Wenn Ihr die Links anklickt, könnt Ihr Euch die Modelle online ansehen. Wer immer noch im Zickzack-Rausch ist, findet im Lace-Heft von Lana Grossa einen ganz tollen Loop, den ich mir auch schon auf meine Liste gesetzt habe.


Mit meinem Vintage-Jäckchen geht es auch voran, wobei ich sagen muss, dass ich bei diesem Modell ziemlich improvisieren muss. Manches leuchtet mir nicht ein. Da verlasse ich mich doch lieber auf meine Erfahrung. Das Rückenteil ist jedenfalls fertig.


Zum Schluss habe ich noch eine Bolerojacke für Euch. Ich habe die Anleitung vor zwei Jahren bei Drops Design gefunden. Mein Projekt habe ich aus einem Alpakagarn gestrickt, das ich ziemlich günstig erstanden habe.


Hier der Link zur KOSTENLOSEN ANLEITUNG.

Ich wünsche Euch eine schöne Woche.
Hier ist es schon wieder so kalt, dass man gut einen dicken Pullover anziehen kann :-(

Liebe Grüße,
Anneli

Donnerstag, 11. Juni 2015

Der zweite Zickzack-Schal ist fertig

Viele Projekte auf einmal sind definitiv nicht mein Ding, so dass ich erst einmal meinen Schal fertig gestrickt und die Jacke zur Seite gelegt habe.

Es ist wirklich nicht so, dass ich den Schal bräuchte. Auch bei uns ist es mittlerweile Sommer geworden, aber irgendwie hat mich dieses unvollendete Projekt gestört.

Hier ist er also:


Kostenlose Anleitung: Christy Kamm
Gesamtlänge: 182 cm
Breite: 22 cm
Nadelstärke 3,0
Maschen: 84 (7 x Rapport)
Material: 6 x 50 g Mille Colori Baby von Lang Yarns
Ich habe 6 Knäuel gebraucht, weil mir der Schal mit 1,60 m zu kurz war. Allerdings ist noch ziemlich viel Garn übrig geblieben. Irgendeine Verwendung wird es dafür sicherlich geben :-)


Farben: 3 x Nr. 0006 und 3 x Nr. 0007


... und hier noch einmal in voller Länge:


Puh, jetzt bin ich froh, dass das Projekt fertig ist und ich mich entspannt Pullover und Jacke zuwenden kann.

Liebe Grüße,
Anneli

Samstag, 6. Juni 2015

Tri-Cable Stich Jumper

Neulich hatte ich Euch berichtet, dass ich mir zwei wunderschöne Strickbücher mit Vintage Patterns gekauft habe. In dem Buch " A Stich in Time Vol. 2" von Susan Crawford gibt es eine Jacke, die es mir ganz besonders angetan hat. Da mein Garn aus Barcelona leider zu dünn ist, stricke ich das Modell aus Felted Tweed von Rowan.


Ich habe dieses schöne Tweedgarn schon häufiger verarbeitet und die Maschenprobe stimmt mit dem Originalgarn (Shilasdair Luxury 4ply) überein. Dann habe ich mir die Anleitung durchgelesen und mir das Modell noch einmal genau angesehen. Aber je länger ich mir das Bild anschaute, desto verwirrter wurde ich. Doch schaut selbst. Da stimmt doch was nicht!


Ich vermute, dass das eine Vorderteil versehentlich in einer anderen Größe gestrickt wurde. Am Hals-  und an den Armausschnitten fällt es sofort auf. Aber auch die Blende rechts unten hat kleine Fehler. Warum hat man das nicht wieder aufgeribbelt und neu gestrickt? Wie kann man sowas überhaupt zusammennähen? Schade, es ist ein schönes Buch, aber so eine Abbildung sollte man vermeiden. Gerade Strickerinnen, die noch nicht so versiert sind, haben mit einem fehlerhaften Bild ganz bestimmt ein Problem.


Keine Angst, meine Jacke wird symmetrisch. Felted Tweed gibt es übrigens in herrlichen Farben. Ich habe Farbe 150 gewählt. Ein richtig sattes Rot (auf dem Foto ist es etwas zu hell). Es macht so viel Spaß mit dieser Wolle zu stricken, dass ich die Nadeln kaum aus der Hand legen kann .... dabei sollte doch als Nächstes der Zackenschal fertig werden. Immerhin ist er bereits 1,50 m lang. Noch 30 cm - dann ist es geschafft :-)

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Anneli